Geben als Erfolgsstrategie: So entsteht echter Mehrwert #215

Shownotes

Warum ist Geben eine erfolgreiche Strategie? Geben wird dann zu einer Erfolgsstrategie, wenn Du anderen einen echten Nutzen bietest, ohne jede Handlung sofort mit einer Gegenleistung zu verrechnen. Dabei geht es nicht darum, Dich ausnutzen zu lassen. Entscheidend ist, dass Dein Einsatz sinnvoll ist, zu Deinen Stärken passt und bei der anderen Person tatsächlich etwas bewirkt.

In dieser Solo-Folge spricht FabiQ darüber, warum viele Menschen zuerst in Konkurrenz, Knappheit und persönlichem Vorteil denken. Schon in der Schule lernen wir häufig: Es gibt nur einen Klassenbesten, nur ein Stipendium oder nur eine Person, die gewinnt. Dadurch entsteht schnell der Glaubenssatz: Wenn jemand anderes mehr bekommt, bleibt für mich weniger übrig.

Warum denken wir so häufig in Konkurrenz? Konkurrenzdenken beginnt oft früh. Noten, Lob, Aufmerksamkeit, Status und Reichweite wirken wie begrenzte Ressourcen. Wer besser sein möchte, vergleicht sich mit anderen und versucht, sich einen Vorteil zu sichern.

Diese Denkweise zeigt sich unter anderem:

  • bei Noten und Leistungsbewertungen
  • beim Vergleich mit Geschwistern
  • beim Zurückhalten von Wissen
  • bei Reichweite und Likes in sozialen Netzwerken
  • in beruflichen Kooperationen
  • bei der Frage: „Was habe ich davon?“

Die Alternative dazu ist Kooperation. Statt nur zu überlegen, was Du selbst aus einer Situation herausholst, kannst Du fragen: Was kann ich beitragen, damit beide Seiten gewinnen?

Wie funktioniert Win-win-Denken? Win-win-Denken bedeutet, dass eine Zusammenarbeit nicht auf Kosten einer Seite funktionieren muss. Eine gute Beziehung, ein hilfreicher Kontakt oder geteiltes Wissen können für mehrere Menschen gleichzeitig wertvoll sein.

Als Beispiel greift FabiQ einen Ansatz von Pamela Reif aus einem Interview beim Founder Summit 2024 auf. Ihre Strategie bei Kooperationen: zuerst überlegen, welchen Mehrwert der Kooperationspartner erhält. Der Fokus liegt dabei nicht auf möglichst vielen kurzfristigen Werbepartnerschaften, sondern auf langfristigen Beziehungen, die für beide Seiten funktionieren.

Auch Kai Pflaume wird als Beispiel für langfristige Kooperationen genannt. Die Idee dahinter: Weniger Partnerschaften, dafür glaubwürdige, passende und langfristige Verbindungen.

Wie wird aus einer netten Geste ein System? Eine einzelne hilfreiche Handlung kann wertvoll sein. Noch stärker wird Geben jedoch, wenn es zu einem wiederholbaren Prinzip wird.

Ein System ist:

  • planbar
  • wiederholbar
  • an deinen Stärken orientiert
  • in deinen Alltag integrierbar
  • durch klare Grenzen geschützt

Du musst dann nicht jedes Mal neu entscheiden, ob und wie Du helfen möchtest. Du entwickelst ein Gefühl dafür, wann Dein Einsatz sinnvoll ist und wo Dein Mehrwert wirklich ankommt.

Wie helfe ich, ohne mich ausnutzen zu lassen? Geben bedeutet nicht, ständig erreichbar zu sein oder jede Aufgabe für andere zu übernehmen. Wer grenzenlos hilft, verliert möglicherweise Zeit und Energie für die eigenen Ziele.

Ein hilfreicher Ansatz ist ein persönliches Energiebudget. Du entscheidest bewusst, wie viel Zeit und Kraft Du in einer Woche für andere aufbringen kannst.

Du kannst zum Beispiel sagen: „Ja, ich helfe Dir gern, aber nicht heute. Nächste Woche habe ich dafür Zeit.“

Das ist keine Ablehnung. Es ist eine klare und respektvolle Priorisierung.

Ein Nein ist besonders dann sinnvoll, wenn:

  • keine Entwicklung oder Eigeninitiative erkennbar ist
  • Dein Wissen dauerhaft ausgenutzt wird
  • Deine Hilfe keine Wirkung erzielt
  • Du für das Thema nicht die richtige Person bist
  • Deine eigenen Verpflichtungen darunter leiden
  • Du nur aus schlechtem Gewissen handelst

Wo liegt der Unterschied zwischen Mehrwert und Beschäftigung? Mehrwert entsteht dort, wo Deine Hilfe tatsächlich etwas verbessert. Beschäftigung entsteht, wenn Du viel Energie investierst, ohne dass ein sinnvoller Effekt entsteht.

Ein Beispiel aus der Folge: Wenn jemand einmal eine Hausaufgabe vergessen hat und Unterstützung benötigt, kann Teilen hilfreich sein. Fragt dieselbe Person jedoch jeden Tag nach Lösungen und übernimmt keine Verantwortung, wird Deine Hilfe möglicherweise zu einer dauerhaften Ersatzleistung. Dann darfst Du Nein sagen.

Drei einfache Wege des Gebens sind:

  1. Helfen, bevor du gefragt wirst.
  2. Bei Beziehungen und Kooperationen an beide Seiten denken.
  3. Wissen teilen, statt es aus Konkurrenzdenken zurückzuhalten.

Warum solltest Du nur in Deinen Stärken geben? Du musst nicht bei jedem Thema helfen. Besonders wertvoll wird Deine Unterstützung dort, wo Du Wissen, Erfahrung oder eine klare Stärke besitzt.

FabiQ nennt als eigenes Beispiel Berufsorientierung und Lebenskompetenz für junge Menschen. Bei einer Frage zur Steuerberatung wäre es dagegen sinnvoller, an eine fachkundige Person weiterzuverweisen. Du musst nicht erst stundenlang recherchieren, um bei jedem Problem eine Antwort liefern zu können. Manchmal ist eine gute Weiterempfehlung der größere Mehrwert.

Wie erkenne ich ehrliches Geben? Menschen spüren häufig, ob Hilfe ehrlich gemeint ist oder nur der Selbstdarstellung dient. Wer nur gibt, um gesehen, gelobt oder später belohnt zu werden, wirkt schnell berechnend.

Echtes Geben bedeutet:

  • keine sofortige Gegenleistung zu erwarten
  • die eigenen Motive ehrlich zu prüfen
  • die Wirkung der Hilfe zu berücksichtigen
  • Verantwortung für die eigene Energie zu übernehmen
  • auch Nein sagen zu können

Deine Aufgabe für die nächsten 72 Stunden: Wähle eine Person aus und hilf ihr bei einer konkreten Sache, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Die Handlung muss nicht groß sein. Vielleicht teilst Du einen Kontakt, schickst eine hilfreiche Information, unterstützt bei einer Aufgabe oder hörst jemandem aufmerksam zu.

Beobachte anschließend:

  • Wie hat sich das Geben für Dich angefühlt?
  • Ist Dein Mehrwert angekommen?
  • Hat sich eine echte Win-win-Situation ergeben?
  • Wo brauchst Du zukünftig klarere Grenzen?

Über den Host FabiQ richtet sich mit seinem Podcast an junge Erwachsene, die mehr Orientierung im Leben suchen. Im Mittelpunkt stehen Berufsorientierung, Karrierestart, Motivation, Persönlichkeitsentwicklung und Lebenskompetenzen, die in Schule, Ausbildung oder Elternhaus häufig zu kurz kommen.

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